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Sonntag, 28.01.01
Heute haben Werner, Yvonne, Jürgen
und ich unsere Reise nach Piela angetreten. Um 5.00 Uhr sind wir
in Hilterscheid gestartet und waren um 8.00 Uhr in Brüssel am
Flughafen. Dort mußten wir leider etwas Geduld haben, bis es
weiterging, denn unsere Maschine hatte zwei Stunden Verspätung.
19.00 Uhr: Endlich, wir sind in
Ouagadougou gelandet!
Afrika da bin ich bzw. wir !!
Nachdem wir durch die
Passkontrolle waren, wurden wir von einigen Mitgliedern der
CouFi ganz,ganz herzlich begrüßt und dann in unsere Quartiere
gebracht. Im Anschluss waren wir noch alle zusammen essen, aber
um 22.00 Uhr afrikanische Zeit lagen wir endlich total erschöpft
in den Federn. Es war ein sehr aufregender Tag und es war super
ergreifend, wie sehr sich die Leute über unsere Ankunft gefreut
haben!!
Montag, 29.02.01.
Meine Uhr ist stehengeblieben,
egal, ich bin aufgestanden und habe erst einmal eiskalt
geduscht. Der Geräuschpegel draußen ist der Hammer; geweckt
wurde ich von sich aufpumenden Eseln, Menschengemurmel,
krächzenden Hähnen und knatternden Mopeds.Ich habe draußen
gestanden und einfach nur den Menschen zugeguckt, die die Straße
entlang gingen : zur Schule, Frauen mit riesigen Schüsseln,
Töpfen und Krügen auf dem Kopf und unzählbar viele Mopeds.
Gleich werden wir zur Messe gehen, danach zur Deutschen
Botschaft fahren, einkaufen und zur Bank gehen um Geld
umzutauschen und dann endlich unseren vierstündigen Autotrip
nach Piela antreten. Wir sind in Piela !! Vier Stunden haben wir
gebraucht , um von Ouaga nach Piela zu fahren. Die Eindrücke,
die während der Fahrt auf mich eingeströmt sind, haben mich
irgendwie voll umgehauen. That,s Afrika; aber wenn man es noch
nie gesehen hat, kann man es kaum glauben: absolute Armut,
Lehmhütten, Feuerstellen, Frauen die mit Krügen, Kanistern und
Eimern auf dem Kopf zur Wasserstelle gehen; Kinder die sich
manchmal freuen, machmal aber auch erschrecken, weil sie weiße
Menschen und ein Auto sehen. Aber dann, unsere Ankunft! Es war
schon dunkel, aber dann wurden wir begrüßt, aber wie!!Es ist
wirklich fast nicht zu beschreiben.Als wir mit dem Auto in Piela
einfuhren, standen wir plötzlich vor einer riesigen, tanzenden,
trommelnden und singenden bzw. kreischenden Menschenmenge. Ich
hatte erst gar nicht den Mut, auszusteigen.Als ich draußen war,
mußte ich mich erst einige Zeit am Außenspiegel des Jeeps
festhalten, das alles erst einmal wahrzunehmen und zu
verarbeiten. Es ist der Wahnsinn; mir war nicht klar, daß sich
die Menschen hier so über unser Kommen freuen und uns so feiern
würden; mir war auch nicht klar, daß man in zehn Minuten ca. 300
Hände schütteln kann!! Es war absolut unbeschreiblich; der
Wahnsinn !!
Dienstag, 30.01.01
Heute haben wird den Dorfältesten
getroffen und sind von ihm herzlichst in Piela begrüßt worden
und er hat uns viel Erfolg bei unseren Arbeiten gewünscht und
sich bei uns bedankt, daß wir für und mit Piela arbeiten.Danach
hatten wir noch ein kurzes Treffen mit dem Präfecten, dem
Bürgermeister von Piela, der uns auch herzlichst begrüßte!Danach
haben wir die Plastikmaschine und die Formen für die
Digettsteine zusammengebaut und an ihren Platz gebracht, damit
wir morgen richtig loslegen können. Es war ganz schön warm
heute, über 50 Grad C, aber wir werden uns schon daran gewöhnen!
Abends hatten wir noch eine heftige und lange Diskussionsrunde
mit den zwölf Mitgliedern der Cuo-Fi.
Mittwoch, 31.01.01
Es ging lange gestern abend, es
gab viel zu bereden und viel zu diskutieren. Danach haben wir
noch einige Zeit zusammengesessen und gefeiert.Nachdem wir dann
also heute morgen etwas länger geschlafen haben, stellen wir aus
einem Zement-, Sand -u. Plastikgemisch die ersten Steine her.
Kinder und Erwachsene kamen sofort neugierig hinzu.Yvonne und
Jürgen haben heute angefangen, am Hirsespeicher zu mauern; es
ging superschnell, da ein ganz toller Maurer, namens Pierre, im
Auftrag von der Partnergruppe, das Kommando auf der Baustelle
übernommen hat und seine Jungs toll mit anfassen !!
Donnerstag, 01.02.01
Haben heute wieder Steine gemacht.
Die erste Ladung von gestern ist wirklich Klasse geworden; wir
sind stolz wie Oskar!!Der Maurer des Hirsespeichers ist echt
Spitze und würde von Jürgen am liebsten nach Bad Münstereifel
importiert. Am Nachmittag haben wir uns mit den Eltern bzw.
Großeltern von meinem Patenkind Maurice getroffen. Unsere
Verdauungsprobleme haben wir jetzt alle vier wieder im Griff und
nun wird von Jürgen das Müllproblem rund um die Missionsstation
in Angriff genommen. Mit den Kindern wird der Plastik
eingesammelt, den wir in die Digettsteine einarbeiten.
Freitag, 02.02.01
Heute haben wir drei Dörfer der
Gemeinde Piela besucht, unter anderem Toubou, wo wir einen
großen Empfang bekommen haben. Die Männer und Frauen haben für
uns getanzt, getrommelt und gesungen und uns danach ihre Sorgen
vorgetragen. Werner und Jürgen haben jeweils ein
"Trägerumhänger" bekommen, worin Werner original wie "Heidi"
aussah! Yvonne und ich haben jeweils einen wunderschönen
Wickelrock bekommen. Trotz dieser wunderschönen Geschenke, zu
denen auch noch sieben Hühner kamen, muß man leider sagen, daß
die Menschen in sehr großer Armut leben, worunter die Kinder
natürlich besonders leiden.
Samstag, 03.02.01
Haben heute wieder Steine
produziert; es klappt hervorragend. Werner und mir werden
Schaufeln und andere Arbeitsmaterialien förmlich aus der Hand
gerissen, da alle mithelfen wollen und sehen wollen, was wir
machen, wie es funktioniert und einfach nur mitmachen wollen. Es
ist toll, wenn man miterleben und mit ansehen kann, wie toll die
Arbeit angenommen wird. Am Nachmittag fand in Dabesma ein großes
Treffen mit dem deutschen Botschafter statt, zu dem auch wir mit
den Mitgliedern der Cuo-Fi eingeladen waren.
Sonntag, 04.02.01
Heute morgen fand noch einmal eine
offizielle Messe zu unserer Begrüßung statt. Am Ende der Messe
hat Werner der Gemeinde ein großes Ikonenkreuz übergeben. Abbe
Leon hat das neue Gewand überreicht bekommen und Abbe
Jean-Pierre die Stola. Nach der Messe haben wir uns mit allen
Eltern der Patenkinder getroffen und ihnen Geld für Hirse von
den Pateneltern und die Briefe aus Deutschland überreicht. Auch
ich wurde heute beschenkt von meinem Patenkind und seinem Opa
habe ich zwei Hühner überreicht bekommen. Ich war begeistert und
habe mich natürlich gefreut (wenn ich die Hühner nur nicht hätte
anfassen müssen) .
Montag, 05.02.01
Heute haben wir wieder an den
Digettsteinen gearbeitet. Zur Anschauung haben Werner und ich
etwas Hirse in ein Gemisch aus unserem Wundermittel "Watersafe"
und Erde gesät und warten nun auf den Erfolg: Die Menschen hier
sind total überwältigt von "Watersafe", da es das Wasser
unheimlich bindet, Werner wird schon als Zauberer bezeichnet. Am
Abend war ich mit Abbae Leon auf Agathes Namenstag; es war
schön, mal zu sehen, wie die ganze Familie so zusammenarbeitet
und ein bischen feiert-- und Dagmar mitten drinn !!
Dienstag, 06.02.01
Wieder gearbeitet!! Heute war es
wirklich fast unerträglich heiß, wir schätzen mal ca. 60 Grad C.
Jürgen und Yvonne haben ihre Rückreisetickets für Sonntag, den
11.02.01 geordert. Ab dann sind Werner und ich alleine; wir
werden das Kind schon schaukeln! Heute abend findet wieder ein
Treffen mit der Cuo-Fi statt; es wird also sicher wieder spät,
da es immer viel zu besprechen und auszudiskutieren gibt.
Mittwoch, 07.02.01
Wir haben jetzt genau 9.35 Uhr und
wir warten seit genau einer Stunde und 35 Minuten auf Aime, der
mit uns eigentlich um 8.00 Uhr losdüsen wollte, um die Dörfer
Dabilgou und Tugdaadou zu besuchen. Aber hier in Afrika laufen
die Uhren halt manchmal anders. Wenn er nicht bald kommt,
kriegen wir die Krise! Heute nachmittag fahren wir zu Florence,
dem Patenkind von Jürgen, damit er sie vor seiner Abreise noch
zusehen bekommt. Die Frage ist nur, ob Aime bis dahin endlich
hier sein wird! Um 12.00 Uhr ist er endlich gekommen!! Wir sind
dann die Brunnen in den Dörfern abgefahren, wobei wir sehr froh
waren, da die Brunnen sehr!! gepflegt sind. Danach sind Werner
und ich spazieren gegangen; als wir losgingen, hatten wir ca.
zehn Kinder im Schlepptau, als wir wieder in der Missionsstation
ankamen, waren es ca. 80 Kinder!! Die Kinder wie auch die
Erwachsenen hier sind echt der absolute Hammer Sie sind alle so
aufgeschlossen, freundlich und nett, das ist einfach
wunderschön!!
Donnerstag, 08.02.01
Heute waren wir in Kankassi, wo
wir ein Patenkind besucht haben. Danach haben Werner und ich
einen Geburtstagskuchen für Yvonne gezaubert aus Brödli und
Pudding: Not macht erfinderisch! Am Nachmittag kamen dann die
Frauen und haben für das Geburtstagskind getanzt, getrommelt und
gesungen; das ganze ging bis ca. 18.00 Uhr. Absolute Party; das
muss man einfach erlebt haben. Danach haben wir alle zusammen
gegessen und getrunken und noch lange zusammengesessen.
Freitag, 09.02.01
Werner und ich waren heute morgen
um 6.00 Uhr in der Messe. Danach haben wir wieder Digettsteine
produziert; wir sind schon richtig gut und vor allem schnell,
aber wir haben auch wirklich tolle Hilfe. Am Abend fand ein
Treffen mit den Jungendlichen statt. Danach waren wir bei den
Schwestern , die in Piela stationiert sind, zum essen
eingeladen. Im Anschluss daran hat der Choral für uns gesungen,
was sehr sehr schön war.
Samstag, 10.02.01
Heute morgen sind Yvonne und
Jürgen mit Cäsar und Aime nach Ouaga gefahren. Jetzt werden wir
die uns gestellten Aufgaben neu einteilen. Die ersten der
fertigen Digettsteine haben wir heute nach Torima gebracht, wo
sie getestet werden.
Sonntag, 13.02.01
Heute waren wir in Fada bei Abbe
Pierre! Zuerst waren wir beim Chef für die Brunnenbohrungen und
haben mit ihm einige Projekte besprochen. Danach waren wir alle
zusammen essen, John-Gabriäl, Pascal, Jäan-Francoisä, Värnoniquä,
Cäsar, Aime, Abbe Pierre, Werner und ich. Danach haben wir
Cäsars kleine Tochter Carinä besucht, die bei ihrer Oma in Fada
lebt. Desweiteren besuchten wird den Augenoptiker von Ocadäs,
der dringend unsere Hilfe in Form von alten Brillen benötigt;
Gestelle, Gläser usw. , die er dann zurechtschleifen und den
Leuten anpassen kann. Zum Schluß haben wir dann noch eine kleine
Hirsemehlfabrik besucht, die spezielle Säuglingsnahrung
herstellt. Danach haben wir uns auf den 120 km langen Rückweg
nach Piela gemacht. Auf dem Rückweg mußten wir dann noch einen
liegengebliebenen Kleinbus abschleppen, aber kein Problem!!
Heute abend haben wir es endlich geschafft, den wunderschönen
Sternenhimmel zu fotografieren!! Wunderschön!!
Montag, 14.02.01
Wir wollten heute einen ganz
ruhigen Tag machen, da wir morgen eine sehr große Tour vor uns
haben ! Also haben wir um 7.00 Uhr gefrühstückt und sind dann
mit Agathchen nach Piela gegangen, um Stoff zu kaufen, aus denen
Schneider Mathias Hemden nähen soll. Als wir zurückkamen, haben
Agathchen und ich erst einmal gewaschen, gewaschen und
gewaschen; da es hier keine Waschmaschine gibt, dauert alles ein
bisschen länger. Danach sind wir nochmal zum Markt nach Piela
gegangen um nochmal Stoff zu kaufen; der arme Mathias !! Er
sitzt wegen uns glaube ich Tag und Nacht an der Nähmaschine.
Aber er macht es gerne und sehr, sehr gut. Als wir zurückkamen,
konnten wir auch gleich wieder gehen, da Werner ein Loch in der
Hose hatte, welches sofort genäht werden mußte. Um 17.00 Uhr
hatten wir ein Treffen mit den Frauen aus Piela, die uns im
Gedenken an Marianne Zimmermann für deren Mann Oskar einen
tollen afrikanischen Hut und eine leckere afrikanische
Spezialität aus Erdnüssen überreicht haben. Dann sind wir
beschenkt worden von Cesar und Pascal, der leider morgen Piela
verlassen wird. Zuerst ein Geschenk von allen Pateneltern
zusammen: Werner eine schöne Ledermappe und ich eine Handtasche.
Von Pascal habe ich dann ein paar Schlappen geschenkt bekommen,
worüber ich mich sehr gefreut habe, da dieses Geschenk mit
keinem Geldwert zu vergleichen ist!! Am Abend haben wir dann mit
Pascal und seiner Familie ein wenig Abschied gefeiert.
Dienstag, 15.02.01
Wir sind heute um 6.00 Uhr
losgefahren um unsere Riesentour durch die Gemeinde zu starten.
Wir waren in Sabbria, Bassieri, Boungou,
Dipienga, Diapadigou, Bandikidini, Bonsiega, Kogdou und Gori.
Es war sehr anstrengend, sehr warm aber trotzdem sehr schön und
interessant. In vielen Dörfern sind wir mit Trommeln usw.
empfangen worden; es war echt toll!! Die Leute haben uns ihre
Sorgen vorgetragen, wobei die größte Not wirklich das zu wenig
vorkommende Wasser ist. Manche Leute müssen aus ihren Dörfern 15
km und mehr laufen, um an einen Brunnen zu kommen, an dem sie
dann oft noch stundenlang anstehen müssen, um endlich Wasser zu
bekommen. Das ist wirklich schlimm und ich denke, dies ist eines
der dringenden Projekte, die in Angriff genommen werden müssen.
Um 22.00 Uhr waren wir endlich in Piela; wir waren echt fix und
fertig. Während der Tour haben wir viele Hühner und eine Ziege
geschenkt bekommen, die uns auf dem Jeep begleitet haben. Um im
dunkeln überhaupt aus dem "Busch" wieder hinaus zu finden, mußte
jemand mit dem Fahrrad vorfahren und uns den Weg zur "Straße"
(wenn man das so nennen kann) weisen! Also, das war wirklich
sehr spannend und wir hatten schon mit einer Nacht im Freien
gerechnet. Aber wir haben es geschafft. Er kannte sich wirklich
aus. Alles in allem ein toller, spannender Tag !!
Mittwoch, 16.02.01
Heute konnten Werner und ich
endlich mal Auto fahren. Wir haben den Jeep von Aime geliehen,
um die redlichen Digettsteine nach Torima zu fahren Aber nur
Steine auf der Ladefläche zu haben, das wäre uns natürlich zu
langweilig gewesen; also haben wir unsere Kidis auch noch
hintendrauf gepackt. Die hatten Spaß wie jeck !! Die größeren
haben uns dann in Torima geholfen, die Digettsteine zu legen. Am
Nachmittag sind wir nach Bogande zum Hauptkommissar gefahren.
Der war sehr interessisert an der Partnerschaft und wollte viel
über unsere derzeitigen und auch anstehenden Projekte wissen.
Besonders das von uns angesprochene Müllproblem interessierte
ihn sehr und er wird dafür sorgen, daß in Piela Tonnen
aufgestellt werden, zumindest an den öffentlichen Gebäuden und
vereinzelt auf dem Markt, wo Müll gesammelt werden kann. Dieser
soll dann mit Eselskarren zu einem Grundstück gebracht werden,
das er uns als "Müllabladedeponie" zur Verfügung dellen möchte.
Darüber waren wir natürlich sehr froh und haben es gerne
angenommen. Das Grundstück wird von der Cuo-Fi mit selbst
hergestelltem Maschendraht eingezäunt, damit der Plastik nicht
umherliegt!
Donnerstag, 17.02.01
Heute war wieder eine große Tour
angesagt! Zuerst waren wir bei der Taufe von Augudine, der
Schwester von Rene (Yvonnes Patenkind). Dort haben wir uns
einige Zeit aufgehalten, da wir noch essen und trinken und vom
ganzen Dorf begrüßt werden mußten. Es ist wirklich hart zu
sehen, daß eine Schlage von ca. 100 Menschen darauf wartet, am
Brunnen Wasser zu pumpen. Es ist unvorstellbar! Es ist
allerdings auch unvorstellbar, daß man einige Kilometer weiter
in Ogniagouderi von ca. 1500 Menschen so freundlich empfangen
wird, daß es einem echt die Sprache verschlägt. Man kann es,
denke ich, niemandem so nahe bringen, wenn man es nicht selbst
erlebt hat. Aber ich sage Euch: es war der absolute Hammer !!!
Die Menschen brauchen dringend einen Trinkwasserbrunnen und
möchten die Steinpresse zum Bau einer Krankenstation geliehen
haben. Fenster, Türen und Dach erbitten sie als Projekt von
uns.
Freitag, 18.02.01
Man kann es kaum glauben, aber
heute haben wir schon unsere Abschiedsmesse gefeiert, obwohl wir
jetzt noch vier Tage in Piela bleiben. Trotzdem, es war ein
komisches und ein sehr trauriges Gefühl. Die Zeit ging viel zu
schnell vorbei !! Man kann es sich nicht vorstellen, wie man in
so kurzer Zeit so mit den Menschen verbunden sein kann. Als wir
heute nachmittag in die Dörfer gefahren sind, habe ich gemerkt,
wie ich versuche, soviel wie möglich von diesem Land in mir
aufzunehmen, um niemals die wunderschönen Bilder und Eindrücke
zu vergessen. Am Abend hat Werner für Cesar, Angeline, Abbe
Leon, Abbe Jean-Pierre und mich ein besonderes Menue gekocht.
Samstag, 19.02.01
Heute haben wir noch einmal Steine
gemacht, um sie dann nach Torima zu bringen, wo unser Rondell
fast fertig ist. Am Nachmittag haben wir wieder einige unserer
Brunnen besichtigt; alle in gepflegtem Zustand. In einem Dorf
haben die Menschen sich mit tollen Masken verkleidet und für uns
getanzt. Das war wirklich toll!! Jeden Abend waren viele, viele
Kinder da, die sich von uns ihre kleinen aber machmal doch sehr
tiefen und vereiterten Wunden behandeln ließen. Es wurden jeden
Tag mehr. Ich glaube, sie werden unsere medizinische Versorgung
ganz schön vermissen, denn zum Arzt können sie nicht gehen, da
das viel zu teuer ist. Von einigen haben wir schon kleine
Dankesbriefe bekommen; das war wirklich lieb und kam von Herzen.
Sonntag, 20.02.01
Heute sind wir um 7.00 Uhr nach
Dori gestartet, von Piela ca. 160 km Richtung Wüste. Das merkte
man gut, denn es wurde Mega-Heiss: Ca. 30 km vor Dori liegt Bani,
wo eine tolle Moschee steht, die über 20 Jahre hinweg ohne
Bauplan aus Lehm gebaut wurde; es war Super-Klasse !! Als wir in
Dori ankamen, war ich schon total verbrannt. Dann haben wir Abbe
Michel getroffen, den Werner gut kennt. Er hat vom Bischof den
Auftrag bekommen, in Sebba eine Missionsstation aufzubauen. Zum
Dank für den Besuch mußten wir mit Ihm essen und noch ein wenig
klönen. Auf dem Rückweg, ca 100 km vor Piela , hatten wir eine
Autopanne: Loch im Kühler !! Aber für Afrika kein Problem !!
Erst mal Wagen abkühlen lassen und warten. Abkühlen geht bei 45
Grad C im Schatten natürlich nicht so schnell: also warten,
warten, warten!! Aber dann !! Auf einem Markt, einige Kilometer
weiter wurde gemahlener Tabak gekauft und mit Wasser in den
Kühler gegeben, wobei der Tabak das Loch verklebte. Man glaubt
es kaum: es hat funktioniert!! Die Kiste lief wieder; so einfach
geht das. Wir sind ohne Probleme nach Piela gekommen und auch
den Rest unserer Zeit in Piela hat der Kühler sich nicht mehr
gemeldet.
Montag, 21.02.01
Heute morgen waren wir in der
Schule von Cesar, der Sekretär der Cuo Fi und unser Übersetzer.
Er ist Lehrer an einer Grundschule mit sechs Klassen, wobei ca.
70 - 100 Kinder in einer Klasse sind, danach waren wir in Torima,
wo wir unser Test - Rondell mit den gefertigten Digettsteinen
fertiggestellt haben. Weiterhin haben wir ein besonderes Beet
mit "Water Safe" präpariert und Möhren sowie Zwiebeln eingesät.
Nach unserer Rückkehr zur Mission, saßen unsere kleine Patienten
schon in Startposition für die Behandlung, neue Verbände wurden
angelegt Wunden gesäubert und alle Kinder mit Vitamine versorgt.
Aime und Cesar warteten schon auf den Besuch für das nächste
Dorf, wo ein Dorfbrunnen besichtigt wurde, hier war ich zum
erstenmal schockiert über die Armut, die mir vor Augen kam. Es
war ganz besonders trocken und das Wasser des Brunnens sah auch
schlimm aus. Am Abend fand ein letztes Treffen mit der Cuo Fi
statt, bei dem wir unsere Reise noch einmal Revue haben
passieren lassen. Wir waren alle sehr zufrieden mit den
Projekten, die wir fertigstellen konnten, aber auch für unsere
bis jetzt geleistete Hilfe. Unser Aufenthalt wurde als sehr sehr
gut bezeichnet. Man kann wirklich nur noch einmal betonen, dass
die Menschen hier so nett sind, wie man es sich bei uns nur
träumen kann.
Dienstag, 22.02.01
Heute ist unser letzter Tag in
Piela. Eines der Kinder hat mich heute morgen gegen 6.30 Uhr
geweckt, indem er immer wieder gegen meine Tür klopfte. Er
wollte sich ganz alleine von mir verabschieden ohne große Worte,
nur meine Hand drücken und mir mit seinen lieben aber traurigen
Augen nicht Adieu sondern Aufwiedersehen, sagen. Dann haben wir
noch zwei Patenkinder besucht, wobei wir auch einen Abstecher
zur Gartenanlage Bilanga machten. Der Garten liegt unmittelbar
an einem Staubecken und hier gibt es Möhren, Zwiebeln,
Kohlgewächse und Bananen. Man kam sich fast vor wie im
Schlaraffenland, da wir so etwas grünes die ganzen 4 Wochen
nicht gesehen hatten. Es war toll zu erleben, dass man es hier
geschafft hat, so etwas aufzubauen. Das macht Mut, auch für
unsere Projekte. Am Abend gab es dann die große Verabschiedung!
Zwei der Schafe die uns geschenkt wurden, haben wir geschlachtet
und zusammen mit unseren Freunden verspeist. Viele Kinder kamen
um sich von Werner und mir zu verabschieden. Sie hatten
sichtlich Probleme die Tränen zurückzuhalten, wir werden sie
genauso vermissen, wie die uns. Ich denke immer wieder wer
versorgt sie jetzt?, denn sie sind mir an mein Herz gewachsen.
Mittwoch, 23.02.01
Um 6.00 Uhr heute morgen, haben
wir Piela verlassen, um in die Hauptstadt Ouagadougou zu fahren.
Alle unsere Mädels von Torima standen Spalier um sich von uns zu
verabschieden, außer ihnen kamen noch einige Frauen und Männer
aus dem Dorf. Alle waren sehr traurig, uns eingeschlossen und es
viel uns schwer die Tränen zurückzuhalten. Pascal, Matthias,
Josef, Jean - Francoise, Celine, Etienne, Cesar, Aime und
Veronique sind mit uns gefahren um die letzten Tage mit uns zu
verbringen. In Ouaga haben wir dann unsere Zimmer bezogen und
sind zum Gelände der Fespaco gefahren, wo wir schon einige
Sachen einkaufen konnten. Am Abend kam Abbe Pierre dazu und wir
sind zum Restaurant gefahren, wo wir gegessen und noch gemütlich
zusammengessen haben.
Donnerstag, 24.02.01
Hier in Ouaga ist die Luft
wirklich super schlecht, man kann kaum durchatmen. Hier ist die
Hölle los, erstens natürlich wegen der Fespaco, aber zweitens
weil hier tierisch viele Menschen leben, die irgendwie ständig
auf ihren Mofas unterwegs sind. Es gibt viele, viele
Straßenkinder, die ständig mit traurigen, bettelnden Augen vor
dir stehen, aber man kann nicht allen helfen.
Freitag, 25.02.01
Heute waren wir auf der Fespaco,
wo mächtig was los war, und jede Menge schöne afrik.
Kunstgegenstände aber auch med.Sachen angeboten wurden. Um 15.30
Uhr mußten wir dann unsere Koffer einschecken, was nur läppige 3
Std. dauerte. Die Stimmung unserer Freunde war bereits auf den
Nullpunkt gesunken, und es war auch für uns ganz mulmig. Als wir
dann nach einem gemeinsamen Abendessen, zum Flughafen gefahren
wurden, rollten die Tränen doch schon ein wenig. Es war wirklich
ein absolut trauriger Moment, den ich so schnell aber nicht
vergessen möchte.
Ich danke Allen, die es mir
ermöglicht haben, nach Piela zu reisen, dass Land, seine Armut
und Probleme erfahren zu dürfen. Ganz besonders danke ich dafür,
dass ich Menschen kennenlernen durfte, ihre Liebe, und
Freundlichkeit, ihre offene, ehrliche und unkomplizierte Art,
einfach erlebt zu haben und viele neue Freunde gefunden zu
haben. Piela, ich komme wieder!!! |