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Burkina Faso |
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Staatsname: |
Burkina Faso ("Land der Aufrichtigen")
Republik Im W und N mit Mali, im NO mit Niger, im SO mit Benin, im S mit Togo, Ghana und Cöte d'Ivoire Über 50 % Mossi, je fast 10 % Fulbe und Mande, ferner u. a. Gourmantche, Lobi, Senoufo, Tuareg Amtssprache Französisch; More (Mossi), Dioula und Ful als Umgangssprachen Etwa 50 % Muslime, 25 % Christen (20 % Katholiken); Anhänger traditional-afrikanischer Religionen 5. August und 11. Dezember UNO und UN-Sonderorg., WTO, AKP, AU, ECOWAS, UEMOA, Blockfreie, Francophonie, COMESSA, OIC
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Landesnatur. Das frühere Obervolta, halb so groß wie Frankreich, liegt im Zentrum Westafrikas und ist, 500 km vom Atlantischen Ozean entfernt, ohne eigenen Zugang zum Meer. Es umfasst die Gebiete der Quellflüsse des Volta. 250 bis 350 m hoch gelegene Ebenen, die gelegentlich von Schichtstufen, Quarzit-Kuppen und Granit-Durchbrüchen überragt werden und im SW auf ein Niveau von 500 bis 550 m ansteigen, prägen das Relief. Die von SO nach NO verlaufenden Höhenzüge sind häufig in Inselberge aufgelöst. Die höchsten Erhebungen weist das Sandstein-Tafelland im SW mit bis zu 747 m (Tena Kourou) auf. Bei den Wasserfällen von Banfora bricht das Gelände schroff ab. Landschaftlich lassen sich Feuchtsavanne (Sudan-Guinea-Zone im S/SW), Trockensavanne (Sudano-Sahel-Zone in der Mitte) sowie Dornstrauchsavanne und Halbwüste (Sahel-Zone im N/NO) unterscheiden. Ein Viertel des Territoriums ist von Wald bedeckt.
Klima:
Burkina Faso hat tropisches Klima mit Regen- und Trockenzeit. Die
Dauer der Regenzeit nimmt von NO nach SW zu (Mai bis Sept./Nov.). Der
durchschnittliche Jahresniederschlag pendelt zwischen 300 mm (im N) und
1.200 nun (im S). Die Durchschnittstemperatur reicht in Ouagadougou von
24
bis 25 °C
im Dez./Jan. und von 32 bis
im April/Mai. Minima liegen dort
bei 16 °C,
Maxima bei 39 °C. Die Anfälligkeit
für Dürre nahm in den vergangenen Jahrzehnten zu. 2002 wurde die Einwohnerzahl Burkina Fasos auf rund zwölf Millionen geschätzt. Am dichtesten besiedelt ist ein bogenförmiger Gebietsstreifen von Koudougou über Ouagadougou bis zur Grenze mit Ghana und Togo. Größte der ca. 60 Ethnien sind die Mossi (über 50 %) im Zentrum des Landes, gefolgt von Fulbe/Peulh (v. a. im N) und Mande (NW) mit jeweils etwa 10 % sowie der Dagara-Lobi-Gruppe (im SW), der Bobo-Bwamu-Gruppe (im W), Senoufo (im S) und Gourmantche (im 0) mit je 5 % bis 8 %. Das Wüstenvolk der Tuareg (Sprache: Tamasheq) kommt auf 3 %. Zudem leben in Burkina Faso mehrere Tausend Franzosen. Sprachen: Amts-, Wirtschafts- und Bildungssprache ist das nur von einer Minderheit gesprochene Französisch. Wichtige Verkehrssprachen sind die MossiSprache More, die auch in Cöte d'Ivoire verbreitete Mande-Sprache Dioula (Diola, Jula) und die Sudan-Sprache Ful (Fulfide). Vitalstatistik (Schätzung für 2000-2005): Geburtenrate 46,8, Sterberate 15,9, Nettomigrationsrate -1,0 je 1.000 Einw.; Zuwachsrate 3,01 % p. a.; Säuglingssterblichkeit 8,66 % (Mädchen 8,13 %, Jungen 9,17 %); Kindersterblichkeit 14,6 % (Mädchen 14,1 %, Jungen 15,1 %); durchschnittliche Lebenserwartung 48 (Frauen 49, Männer 47) Jahre; HIV/Aids-Rate 6,5 %*; 49 % jünger als 15 Jahre*; Urbanisierung 18 %*. Quellen: UN Population Division, UNAIDS; * 2001/2002 Bevölkerungsbewegung: Aus ökonomischen Gründen ist der Auswanderungsdruck groß. Über 3 Mio. Burkiner leben saisonal oder dauerhaft im Ausland, mehrheitlich im wirtschaftlich stärkeren südlichen Nachbarland Cöte d'Ivoire. Religion und Volksbildung Religionen: Etwa 50 % der Bevölkerung sind Muslime, Burkina Faso ist Mitglied der Organization of the Islamic Conference (OIC). Die bis zu 25 % Christen (davon 20 % Katholiken [Erzbischofssitz in Ouagadougou]) leben meist in Städten, Anhänger traditional-afrikanischer Religionen v. a. in ländlichen Gebieten. Elemente dieser Religionen werden auch von Christen und Muslimen praktiziert. Volksbildung: Das in französischer Tradition organisierte Schulsystem besteht aus einer sechsjährigen Grundschule, einer siebenjährigen, zweistufigen Sekundarschule und dem Hochschulwesen. Unterrichtssprachen sind Französisch und die wichtigsten (regionalen) einheimischen Sprachen. Trotz offiziell siebenjähriger Schulpflicht wurde 1997 nur eine Brutto-Einschulungsquote von 41 % an Grundschulen sowie 10 % an Sekundarschulen erreicht (Mädchen jeweils deutlich geringer). 2000 lag die Analphabetenrate bei 77 % (Frauen 87 %). Im Rahmen eines Bildungsplans wird bis 2009 eine Einschulungsquote von 70 % an Grundschulen sowie 25 % an Sekundarschulen angestrebt. 1996 unterrichteten an Grundschulen 14.037 Lehrer/innen 700.995 Schüler/innen (39 % Mädchen), 1994 an allgemeinen Sekundarschulen 3.346 Lehrer/innen 116.033 Schüler/innen (34 % weibl.), an Berufsschulen 639 Lehrer/innen 8.808 Schüler/innen (49 % weibl.). An Lehrerbildungsinstituten studierten ca. 350 Personen (37 % Frauen). 1997 waren an Hochschul- und Universitätseinrichtungen, v. a. in Ouagadougou, 8.911 Studierende (23 % Frauen) eingeschrieben. Auf Grund gewaltsamer Studentenproteste wurde die Universität von Ouagadougou seit 1999 wiederholt geschlossen. Quellen: UNESCO, Africa South of the Sahara Soziale Einrichtungen Sozialgesetzgebung: Für abhängig Beschäftigte bestehen auf niedrigem Niveau Regelungen für Mindestlohn, Krankenversicherung, Familienbeihilfe, Mutterschutz, Arbeitsunfall, Invalidität und Rente. Im Mai 2001 schloss sich Burkina Faso den internationalen Bemühungen um eine Verstärkung des Kampfes gegen die Versklavung von Kindern an. Gesundheitswesen: Gesundheitszustand und medizinische Versorgung der Bevölkerungsmehrheit sind unzureichend. Schlechte hygienische Verhältnisse, ein unzureichendes Angebot an sauberem Wasser, ungenügende Ernährung und fehlende medizinische Einrichtungen zählen zu den Risikofaktoren. Lebensbedrohliche Erkrankungen sind u. a. Aids (allein 2001 ca. 44.000 Todesopfer), Tuberkulose, Hepatitis B, Malaria, Durchfall (u. a. Cholera, Ruhr) und Meningitis (Anfang 2001 über 1.500 Todesopfer). Ein auch menschenrechtliches Problem stellt die verbreitete Beschneidung von Mädchen und Frauen dar (Inzidenz 2001 ca. 72 %). Der Schwerpunkt der medizinischen Versorgung liegt in den größeren Städten, v. a. Ouagadougou. Der Staat veranschlagte 2001 ca. 14 % seiner Ausgaben für das Gesundheitswesen. Mit Hilfe der WHO wird die Verbesserung der Basisdienste angestrebt. Burkina Faso beteiligte sich zudem an internationalen Impfkampagnen gegen Kinderlähmung und Masern und verstärkte 2002 den Kampf gegen Malaria und Aids (u. a. Bereitstellung preiswerter Medikamente). Ende 2001 wurde die Zahl der HIV-Positiven auf 440.000 (darunter 61.000 Kinder), die der Aids-Waisen auf 270.000 geschätzt. Medizinisches Personal: 1995 entfielen auf je 1 Mio. Einwohner 34 Ärzte, 3 Zahnärzte, 196 Krankenschwestern und 34 Hebammen.
Quellen: WHO, UNAIDS
Strukturelle Entwicklungshindernisse sind u. a. in der
schwachen Ressourcenausstattung, der abgelegenen Binnenlage und der Dürreanfälligkeit,
aber auch in Misswirtschaft und Korruption begründet. Die
Lebensgrundlage der Bevölkerung bilden Ackerbau, Viehzucht (oft auf
Selbstversorgungsniveau)
sowie der informelle Sektor. Die Devisenerwirtschaftung
hängt vor allem von Agrarprodukten (Baumwolle, Vieh) und den Überweisungen
von im Ausland lebenden Staatsbürgern ab. Die Abhängigkeit von Finanzmitteln
und Technologien aus industriell fortgeschrittenen Staaten ist groß,
wobei Frankreich noch immer eine starke Position einnimmt. Das Nachbarland
Cöte d'Ivoire hat Bedeutung als Lieferant von Industrieprodukten, Transitland
für den Außenhandel sowie Arbeitgeber für Wanderarbeiter. Als Binnenstaat ist Burkina Faso auf Transitverbindungen zu ausländischen Häfen angewiesen. Im Programm für Armutsbekämpfung und Wachstum waren umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur vorgesehen. Straßen: 1999 gab es ca. 2.000 km Asphalt- und 10.000 km sonstige Straßen und Pisten. Hauptachse ist die Verbindung Cöte d'Ivoire - Bobo-Dioulasso - Ouagadougou - Kantchari - Niger mit Abzweigung nach Mali, Ghana und Togo. Währung:
Gemeinsames Zahlungsmittel der UEMOA-Staaten ist der Franc de la
Communaute Financiere Africaine (CFA-Franc; F
C.F.A.; F; F
CFA; FCFA) zu 100 Centimes. Die
Bindung an den franz. Franc wurde 1999 auf den Euro übertragen
(655,957 FCFA = 1 Euro; ehem. 100 FCFA = 1 FF). Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen erreichte 2001 nur 200 US$, der monatliche Mindestlohn stand bei 25.000 FCFA. Über 45 % der Bevölkerung leben unter der offiziellen Armutsgrenze von umgerechnet 109 US$ pro Jahr (2002). Die Inflationsrate lag 2001 bei 5,4 %.
Quellen: IMF; AllAfrica 18.7.2002 Die Landwirtschaft band 2001 ca. 92 % der Erwerbsbevölkerung und erzielte 32 % des BIP. Daran waren der Ackerbau mit 21 % und Viehzucht mit 11 % beteiligt, die zugleich vier Fünftel der Exporterlöse erzielten. 57 % dieser Erlöse stammten von der Baumwolle, weitere 19 % von Vieh und Tierprodukten. 13 % der Landfläche werden als Acker-, 22 % als Weideland genutzt. Der größte Teil der Anbaufläche dient der kleinbäuerlich betriebenen Selbstversorgung, die statistisch weitgehend gesichert ist, tatsächlich aber immer wieder durch Nahrungsmittelimporte und -hilfen ergänzt werden muss. Wichtigste Nahrungserzeugnisse sind Hirse, Sorghum, Mais, Reis, Früchte, Gemüse und Erdnüsse. Viehzucht wird meist im N, v. a. von den halbnomadisch lebenden Fulbe, betrieben. Im Rahmen des Programms für Armutsbekämpfung und Wachstum wurde ein neues langfristiges Programm zur ländlichen Entwicklung begonnen (erste Phase: 2002-2006). Produktionsanreize wurden u. a. durch Preisgestaltung und die Liberalisierung von Produktion und Vermarktung geschaffen. Zuletzt wurde auch das Staatsmonopol der Societe des Fibres et Textiles (Sofitex) im Baumwollsektor aufgehoben. Ernteergebnisse (2001 [2000]; in 1.000 t): Baumwolle 400 (254), Sorghum 1.197 (1.178), Hirse 958 (945), Mais 518 (469), Reis 100 (94), Erdnüsse (in Schalen) 178 (283), Früchte und Gemüse 695 (526). Viehzucht (2001): Tierbestand (in 1.000): Rinder 4.798, Schweine 622, Schafe 6.782, Ziegen 8.647, Hühner 22.420; Tierproduktion (in 1.000 t): Fleisch 130, davon Rind 52, Geflügel 26, Ziege 22, Schaf 13, Schwein 8, Wild 5, Esel, Pferd und Kamel 4; Milch 215. Quellen: FAO, IWF Forstwirtschaft: Wald und Bäume bedecken noch 25 % der Landfläche. Nur in den Nationalparks nahe den Grenzen zu Togo und Benin gibt es Reste von Regenwald. Aufforstungsprogramme (u. a. 7 Mio. Setzlinge seit 1997) sollen die durch Abholzung und Brandrodung verursachte Bodenerosion eindämmen. Holzeinschlag 2001: 11,836 (2000: 7,996) Mio. m3 (95 % Feuerholz). Quelle: FAO
Quelle aller Texte auf dieser Seite Munzinger Archiv; Munziger Länderhefte Burkina Faso
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